Rückblick

Brieftaubenliebhaberei hat in meiner Familie eine 100-jährige Tradition. Bereits mein Urgroßvater hatte dieses Virus in sich und nahm beispielsweise 1913 am Endflug von Boyen (1060 km) erfolgreich teil. Für diejenigen denen das wenig sagt: Boyen gehörte zum Kreis Lötzen und liegt im Süd-Osten Ostpreußens.

 

 

 

 

In dieser langen Zeit wurden viele schöne Erfolge errungen. Ab Ende der 1960er Jahre Bezirks-, Kreis- und RV-Meisterschaften sowie ungezählte Medaillen und Ehrenpreise.

In den letzten Jahren hat der Brieftaubensport einen enormen Wandel vollzogen. Die Flüge wurden kürzer, Meisterschaften entscheiden sich auf 200 bis 500 km Flügen und wer da vorne mitspielen will braucht viel Zeit und einen gut gefüllten Arzneischrank. Kaum eine RV-Taube wäre heute in der Lage, von Boyen nach Hause zu finden.

Wechsel zur großen Weitstrecke

Ausschlaggebend für den Wechsel zur großen Weitstrecke, damit meine ich Flüge ab etwa 850 km, waren zeitliche Probleme. Beruflich stark eingespannt, ist es mir unmöglich, die bei Witwerschaft erforderlichen regelmäßigen Trainingseinheiten durchzuführen, um die Tauben Woche für Woche optimal vorbereitet an den Start zu bringen.

2001 erfolgte der Neuanfang. Die Programmtauben wurden abgeschafft und es wurde Ausschau nach brauchbaren Weitstreckentauben gehalten. Meine persönlichen Rahmenbedingungen:

·       Winterbestand 40 – 50 Tauben

·       Spiel nach der Nestmethode

·       Weitestgehender Verzicht auf Medikamente

·       Unregelmäßiges Training

·       Unregelmäßige Versorgung

·       Sehr weite Schlagvermessung

erforderten einen ganz bestimmten Taubentyp:

·       Nachgewiesene Vererbungsstärke über mehrere Generationen

·       Preise auf Barcelona in mehreren Generationen

·       Langlebigkeit bei hoher Vitalität

·       Große Widerstandsfähigkeit

·       Anspruchslosigkeit

Bei einem Winterbestand von gut 40 Tauben (15 Reisepaare und 6 Zuchtpaare) muss die Qualität der Nachzucht stimmen. Das ist schwierig, denn selbst beste Weitstreckenspieler züchten durchschnittlich kaum mehr als 5% sehr gute Junge. Bei 150 Jungtauben ist das kein Problem. Bei 30, die meine Platzverhältnisse erlauben, sehr wohl. Ein bis zwei sehr Gute pro Jahr sind eindeutig zu wenig. Daher liegt mein Augenmerk für die nächsten Jahre auf der Zucht und nicht auf der Reise. Bei 10% sehr guter Nachzucht und sieben Jahre Reisedauer pro Taube bevölkern 20 – 25 sehr gute Reisetauben meinen Schlag. Das ist mein Zuchtziel. Eine sehr gute Reisetaube ist eine Taube, die mehrere Preise auf Strecken von mehr als 900 km errungen hat.


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